Foto: Christian Kosak

Mittwoch, 11. Oktober: Heute gönne ich mir in sportlicher Hinsicht einen Erholungstag. In den Tagen zuvor habe ich sowohl ein erfolgreiches Punktspiel in der Regionalliga Nord beim TuS Germania Schnelsen als auch ein zweitägiges Mannschaftstraining absolviert. Als Schülerin und nun auch ­angehende Abiturientin weiß ich aber, dass nicht nur das Tischtennis-Spielen im Vordergrund stehen kann. So ist heute also ein Tag am Schreibtisch angesagt. Mit wenig körperlicher, allerdings umso mehr mentaler Anstrengung verbringe ich mehrere Stunden mit meinen französischen Schulbüchern. Ich bereite mich auf die sechsstündige Vor­abi­turs-Klausur vor, die mich in der nächsten Woche erwarten wird. So kann ich auch meinen doch vorhandenen Muskelkater der vorherigen Tage auskurieren und mich ganz auf die Schule konzentrieren. Dabei beschäftige ich mich mit Vokabeln, Grammatik und Themen wie Umwelt und Arbeitsmarkt und arbeite fleißig. Am Abend lasse ich den Tag allerdings ganz gemütlich auf dem Sofa ausklingen.


Donnerstag, 12. Oktober: Nachdem ich am Vormittag einen vierstündigen Eignungstest für einen künftigen Ausbildungsplatz geschrieben habe, geht es für ein kurzes Training in die Turnhalle. Bei meinem Heimatverein SV Molbergen absolviere ich mit meinem Vater Josef ein paar Übungen für ein besseres Aufschlag-Rückschlag-Spiel. Auch wenn ich das Training mit einer nicht ganz zufriedenstellenden Leistung beende, heißt es: nicht aufregen. Nächstes Mal läuft es besser. So kann ich mit voller Vorfreude meinen letzten Termin des Tages wahrnehmen. Ich fahre mit dem Auto zu meiner Schulfreundin Hanna, mit der ich zusammen das Comedy-Programm von Luke Mock­ridge in Quakenbrück genießen darf. Nach viel Witz und Musik möchten wir mit einem großen Lächeln die Heimreise antreten. Doch der Verkehr vor der Arena hält uns für mehr eine Dreiviertelstunde davon ab.


Freitag, 13. Oktober: Am Freitag, dem 13., hätte man sich wahrscheinlich viele Situationen ausmalen können, die den Tag zu einer Katastrophe machen würden. Bei mir ist dies aber Gott sei Dank nicht der Fall. Nach einigen Stunden am Schreibtisch kommt mein Freund Florian Henke vorbei. Dieser bestreitet Punktspiele für den TV Hude in der Oberliga und trainiert mich auch. Wir gehen zusammen einkaufen, um uns ein leckeres Abendessen zu kochen. Dies sieht heute ziemlich gesund aus. Mit viel Gemüse und etwas Fleisch stehen wir zum Schluss an der Kasse, um uns und meiner Familie frische Wraps zu präsentieren. Vor allem meine Mutter Marlies freut sich darauf. Während des Essens kommen wir natürlich auf das Thema Tischtennis zu sprechen, da nicht nur Florian, sondern auch mein Vater aktiver Spieler ist. Josef läuft für den SV Molbergen in der Bezirksliga auf. Es entstehen häufig mehrere Strategien, wie ich gegen bestimmte Gegner spielen sollte oder was ich noch verbessern könnte, um eine erfolgreiche Bilanz zu erzielen.


Sonnabend, 14. Oktober: Um 15 Uhr beginnt unser drittes Punktspiel der Saison gegen die Füchse Berlin. Der Spitzenreiter ist für uns ein bekannter Gegner. Deshalb ist uns klar, dass dies kein einfaches Spiel wird. Und das zeigt sich dann leider auch. Wir alle sind an diesem Tag nicht in Topform. Unsere Gedanken sind überall, nur nicht an der Platte. Wir wissen, dass es mal solche Tage gibt. Trotzdem sind wir nach einer klaren 1:8-Niederlage ein wenig enttäuscht. Auch ich hatte mir persönlich mehr erhofft. Meine Leistung war an diesem Tag bestimmt nicht die beste. Doch deswegen darf ich mich nicht hängen lassen. Am Abend hoffe ich, dass morgen ein besserer Tag wird. Ein weiteres Heimspiel steht auf dem Programm.


Sonntag, 15. Oktober: Bereits in aller ­Frühe treffen wir in der Halle an der Schule an der Landskronastraße in Marßel auf Hannover 96 II. Dabei handelt es sich für uns um einen neuen Gegner, auch wenn uns einige Spielerinnen aus anderen Vereinen bereits bekannt sind. Nach dem Einspielen ist schon mal eins klar: Ich habe ein besseres Gefühl. Das ist beim Tischtennis schon viel wert. Schließlich ändert sich sofort die Einstellung, wie man in ein Spiel geht. Meine Doppelpartnerin Jennifer Bienert und ich haben beide ein gutes Gefühl. So spielen wir ein wirklich gutes Doppel und gewinnen dieses auch mit 3:1 gegen Jule Wirlmann und Jaqueline Presuhn. Die Motivation steigt dadurch noch zusätzlich. Mit voller Kraft gehe ich ins ­erste Einzel. Leider muss ich mich mit etwas Pech, zu hoher Fehlerquote und Konzentrationsschwäche im entscheidenden fünften Satz mit 9:11 der Nummer drei, Jaqueline Presuhn, geschlagen geben. Nach dem Spiel bin ich deshalb für zehn Minuten enttäuscht. Ich hätte meine Fehler im Einzel schneller abhaken müssen. Doch es  geht weiter. Ich gewinne mein zweites Einzel gegen Jessica Böhm auch glatt mit 3:0. Die Stimmung ist gut. Am Ende sind auch alle Spielerinnen mit ihrer Leistung zufrieden. Wir gewinnen mit 8:3. Nach dem Spiel gehen wir noch alle zusammen essen. Ich finde es sehr schade, dass Werder Bremen in der Fußball-Bundesliga gegen Gladbach verliert, da es auch in unserer Region viele Werder-Fans gibt. ­Hoffentlich kommt bald ein Sieg, damit die Blockaden gelöst werden.


Montag, 16. Oktober: Mein Wecker klingelt um 6.30 Uhr. Ich informiere mich noch einmal über die Ergebnisse der Niedersachsen-Wahl. Wie erwartet war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden großen Parteien. Ich bin mal gespannt, welche Regierungsbildung sich ergeben wird. Nach zwei Wochen Herbstferien beginnt nun wieder der Unterricht. Die sechs Schulstunden vergehen fast wie im Flug. So höre ich um kurz nach 13 Uhr die Schulklingel. Mit dem Auto fahre ich wieder nach Hause. Hier stärke ich mich erst mal mit einem warmen Mittagessen, um mich dann wieder an den Schreibtisch zu setzen. Um 18.30 Uhr trainiere ich für zweieinhalb Stunden beim SV Molbergen. In einer großen Trainingsgruppe und mit guten Trainingspartnern komme ich schnell ins Schwitzen.


Dienstag, 17. Oktober: Heute sitze ich sogar bis 16 Uhr in der Schule. Zu Hause laufen die letzten Vorbereitungen für die Französisch-Klausur. Am Abend gehe ich eine Runde joggen. Ich fahre dabei mit meinem Fahrrad zur Tartanbahn und laufe dort ­meine vier bis fünf Kilometer. Ohne Musik in den Ohren kann ich dies allerdings nicht. Zu vielen Michael-Jackson-Songs laufe ich Runde für Runde, sodass mir auch nicht langweilig wird. Ich nutze das Joggen als Ausgleich, um den Kopf von Schule und manchmal auch vom Tischtennis freizubekommen. Nach einer heißen Dusche esse ich schließlich noch gemeinsam mit meiner Familie zu Abend.

Marius Bosse, der Kapitän und Innenverteidiger des Fußball-Bremen-Ligisten SG AumundVegesack, wird als Nächster über seine Woche berichten.

Klara Bruns (18)

spielt beim Tischtennis-Regionalligisten SG Marßel. Die angehende ­Abiturientin ist in der Formation von Trainer Thomas Bienert an Nummer fünf gesetzt. Die Gymnasiastin lebt in Molbergen bei Cloppenburg.

Aus "Die Norddeutsche" vom 18.10.2017

Aber Regionalligist SG Marßel lässt der 1:8-Packung rund 20 Stunden später ein 8:3 gegen Hannover 96 II folgen

Foto: Christian Kosak
Katarina Belopotocanova steuerte einen Einzel- und einen Doppelsieg zum 8:3 der SG Marßel gegen Hannover 96 II bei.
 

Marßel. „Wir haben ein sehr kampforientiertes Spiel gewonnen“, freute sich Jennifer Bienert von der SG Marßel nach einem unerwartet deutlichen 8:3-Erfolg in der Tischtennis-Regionalliga Nord der Damen über Hannover 96 II. Damit zeigten sich die Nordbremerinnen gut erholt von der einen Tag zuvor erlittenen deutlichen 1:8-Klatsche gegen den Spitzenreiter Füchse Berlin. In dieser Begegnung hatte das Heimteam auf Jennifer Bienert verzichten müssen. Marßel ist mit 6:2 Punkten Tabellendritter.

SG Marßel – Füchse Berlin 1:8: Mit der Niederlage hatten sich die Gastgeberinnen zwar mehr oder weniger bereits im Vorfeld abgefunden. Dennoch hätten sie dem Favoriten gerne noch etwas mehr Paroli geboten.

Zusammen mit Jessica Boy musste sich Klara Bruns im Doppel Olga Heinrich und Belana Gawolek klar in drei Sätzen geschlagen geben. Elina Vakhrusheva und Katarina Belopotocanova leisteten ihren Kontrahentinnen aus der Hauptstadt, Katalin Jedtke und Sina Henning, hingegen erbitterten Widerstand. Vakhrusheva/Belopotocanova glichen nach dem 0:2-Satzrückstand sogar zum 2:2 aus. Doch dann mussten sich die beiden in der Verlängerung des fünften Durchgangs doch noch beugen. „Im Doppel hätte vielleicht ein Punkt kommen können“, stellte SG-Teambetreuer Dennis Neleimis fest.

Mit den bereits über 40-jährigen Olga Heinrich und Katalin Jedtke besaßen die Füchse zwei sehr erfahrene Akteurinnen an Nummer eins und zwei. „Die beiden verfügen auch über Erfahrungen in der 2. Bundesliga“, teilte Neleimis mit. Elina Vakhrusheva nahm Jedtke im Einzel zwar gleich den ersten Satz ab, war dann aber machtlos. Katarina Belopotocanova bejubelte ebenso wie Vakhrusheva einen Satzgewinn gegen Olga Heinrich. Doch letztendlich gab es auch hier am Ende nichts für den Außenseiter zu gewinnen. Deshalb blieb es auch beim Ehrenzähler von Jessica Boy, die Belana Gawolek nach einem 1:2 noch mit 3:2 niederrang. „Wir hatten letztendlich nicht viele Möglichkeiten gegen die Füchse. Dennoch hätte die Höhe der Niederlage nicht sein müssen“, bilanzierte Dennis Neleimis.

SG Marßel – Hannover 96 II 8:3: Die Nordbremerinnen starteten mit zwei Doppelsiegen hervorragend. Dann wurde es aber spannender. Jennifer Bienert leistete sich im Einzel gegen die Nummer vier des Gastes, Jessica Böhm, einen klassischen Fehlstart. „Ich habe mir am Anfang ein bisschen selbst im Wege gestanden“, sagte die Tochter von SG-Coach Thomas Bienert. Doch dann wendete „Jenni“ Bienert das Blatt. Klara Bruns lieferte sich im Anschluss gegen Jaqueline Presuhn eine der spannendsten Partien des Tages. Als ein Ball von Presuhn an der Netzkante hängen blieb, führte Bruns im fünften Abschnitt bereits mit 9:8. Daraufhin nahm Presuhn eine Auszeit. Mit einem lauten „Go“ kommentierte sie einen Fehler von Bruns, der ihr das 9:9 bescherte. Im Anschluss nahm sie der Marßeler Youngsterin zwei Aufschläge zum Matchgewinn ab.

Am Nebentisch trat Elina Vakhrusheva gegen Hannovers topgesetzte Jule Wirlmann an. Nach zwei verlorenen Durchgängen lag Vakhrusheva auch in der dritten Runde mit 3:6 zurück. Dann gab ihr ihre Teamkollegin Jennifer Bienert ein paar Tipps bei einem Time-Out. Vakhrusheva egalisierte auch im Anschluss zum 6:6. Dennoch holte sich Wirlmann kurz darauf den ersten Matchball. Bei diesem Matchball musste der Referee unterbrechen, weil ein Ball vom Nebentisch geflogen kam. Die Gastgeberin schien die Störung für sich ausnutzen zu können und verkürzte auch noch einmal auf 8:10. Dann schmetterte Vakhrusheva den Ball aber ins Netz. Somit kamen die Damen aus der niedersächsischen Landeshauptstadt noch mal auf 3:5 heran.

Katarina Belopotocanova führte schließlich im Duell der an zwei gesetzten Akteurinnen gegen Madlin Heidelberg mit 2:0 nach Sätzen und auch mit 8:7 im dritten Abschnitt. Nach dem Einstand zum 8:8 erarbeitete sich Belopotocanova mit einem knallharten Angriffsschlag wieder einen knappen Vorsprung. Als Heidelberg ihrerseits einen Ball ins Netz schmetterte, war der Sieg für Katarina Belopotocanova perfekt. Klara Bruns zeigte anschließend große Nervenstärke gegen Jessica Böhm. Zweimal behauptete sie sich in der Verlängerung des Satzes. Jennifer Bienert setzte sich zudem nach hartem Kampf etwas überraschend mit 3:2 gegen Jule Wirlmann durch und brachte den Marßeler Triumph somit unter Dach und Fach. „Jule Wirlmann ist schon eine Gute. Im vergangenen Jahr war sie noch eine Topspielerin in der Jugend“, gab Dennis Neleimis zu bedenken. Gegen Elina Vakhrusheva und Katarina Belopotocanova hatte die Nummer eins aus Hannover auch noch jeweils ihren Zähler eingefahren. „Das hatten wir aber auch von vornherein so erwartet“, versicherte Neleimis.

SG Marßel – Füchse Berlin 1:8

Vakhrusheva/Belopotocanova - Jedtke/Henning, Sina 2:3 (10:12, 8:11, 11:7, 12:10, 12:14); Boy/Bruns – Heinrich/Gawolek 0:3 (8:11, 4:11, 8:11); Vakhrusheva - Jedtke, Katalin 1:3 (11:9, 6:11, 5:11, 3:11); Belopotocanova – Heinrich 1:3 (7:11, 11:6, 5:11, 5:11); Boy – Gawolek 3:2 (7:11, 11:7, 7:11, 12:10, 13:11); Bruns – Henning 0:3 (8:11, 12:14, 8:11); Vakhrusheva - Heinrich 1:3 (7:11, 11:8, 10:12, 9:11(; Belopotocanova – Jedtke 0:3 (12:14, 2:11, 4:11); Boy – Henning 0:3 (9:11, 6:11, 2:11)

SG Marßel – Hannover 96 II 8:3

Bienert/Bruns – Wirlmann/Presuhn 3:1 (6:11, 11:7, 11:9, 11:8); Vakhrusheva/Belopotocanova – Heidelberg/Böhm 3:0 (11:8, 11:3, 11:6); Vakhrusheva – Heidelberg 3:1 (11:9, 6:11, 11:8, 11:6); Belopotocanova – Wirlmann 0:3 (9:11, 12:14, 10:12); Bienert – Böhm 3:1 (6:11, 14:12, 14:12, 11:4); Bruns – Presuhn 2:3 (16:14, 9:11, 11:7, 9:11, 9:11); Vakhrusheva – Wirlmann 0:3 (7:11, 10:12, 8:11); Belopotocanova – Heidelberg 3:0 (12:10, 11:4, 11:8); Bienert – Presuhn 3:0 (11:7, 11:8, 11:7); Bruns – Böhm 3:0 (15:13, 12:10, 11:5); Bienert – Wirlmann 3:2 (13:11, 11:6, 6:11, 6:11, 11:7) KH

Aus "Die Norddeutsche" vom 17.10.2017

 

Ohne Topspielerin Elina Vakrusheva den favorisierten SC Poppenbüttel klar mit 8:3 bezwungen
Marßel. Die SG Marßel hat zum Auftakt der neuen Saison in der Tischtennis-Regionalliga Nord der Frauen einen echten Coup gelandet: Ohne ihre Nummer eins Elina Vakrusheva besiegten die Nordbremerinnen den favorisierten SC Poppenbüttel mit 8:3. Katarina Belopotocanova, Jennifer Bienert, Jessica Boy und Klara Bruns fuhren diesen ersten Erfolg ein.
Poppenbüttel trat ohne Afrika-Meisterin Funke Oshonaike und Jasmin Kersten an. Dafür schickte der Gast Larissa Schmidt, Melanie Greil, Anna Tietgens und Gina-Alicia Rieck ins Match. Jessica Boy und Klara Bruns verschafften den Gastgeberinnen mit einem 3:1-Sieg gegen das eigentlich stärkere Doppel Schmidt/Greil gleich mal ein bisschen Selbstvertrauen. „Das könnte Poppenbüttel verunsichert haben“, vermutete SG-Trainer Thomas Bienert. Katarina Belopotocanova und Jennifer Bienert führten in ihrem Doppel gegen Tietgens/Rieck auch bereits mit 2:0 in den Sätzen, ehe die Gäste zum 2:2 ausglichen. Doch im fünften Abschnitt rissen sich Belopotocanova/Bienert wieder zusammen und bescherten dem Heimteam mit einem 11:9 den 2:0-Vorsprung nach den Doppeln.
Katarina Belopotocanova behielt im Einzel gegen Melanie Greil im ersten Satz knapp die Oberhand, verlor im Anschluss aber den Faden. „Dann erfolgte eine kurze Umstellung im System“, berichtete Bienert. Die Konsequenz waren zwei deutliche Satzgewinne zum letztendlich ungefährdeten Triumph. Jennifer Bienert musste sich in der Partie gegen Larissa Schmidt nach einem deutlich verlorenen ersten Durchgang erst einmal kurz schütteln. „Dann hat Jenni eine passivere Variante in der Eröffnung gewählt. Ihre aggressiven Gegen-Topspins führten schließlich zu drei Satzgewinnen“, ließ ihr Vater Thomas Bienert wissen. Somit wuchs der Vorsprung auf ein komfortables 4:0 an.
Marßels Neuzugang Jessica Boy lieferte sich einen harten Kampf mit Gina Alicia Rieck. Alle Sätze fielen sehr knapp aus. „Jessica hat zu wenige Störaktionen gezeigt und in der Abwehr noch nicht die optimale Position gefunden“, urteilte ihr Coach. Klara Bruns habe im „Links-Links-Duell“ gegen Tietgens nach verlorenem ersten Satz weicher und mehr über den Körper gespielt. Daraus resultierte das 5:1. „Katarina Belopotocanova hat zudem Larissa Schmidt mit knallharten Bällen klar dominiert. Für Schmidt war es insgesamt ein gebrauchter Tag. Es lief nichts zusammen“, sagte Thomas Bienert.
Poppenbüttels Melanie Greil versuchte Jennifer Bienert das Leben mit einer Noppe auf der Vorhand schwer zu machen. Bienert kämpfte sich jedoch nach einem 0:2-Satzrückstand ins Spiel hinein, wehrte drei Matchbälle ab und schraubte den Vorsprung somit auf 7:1 in die Höhe. Jessica Boy war im Anschluss gegen die Nachwuchsspielerin Anna Tietgens chancenlos. Klara Bruns wurde gegen Gina Alicia Rieck nach gutem Beginn zu hektisch und leistete sich zu viele Fehler mit der Vorhand. Jessica Boy machte den Marßeler Sieg aber gegen die höher eingestufte Larissa Schmidt perfekt. „Jessica präsentierte sich deutlich besser in der Abwehr und kämpfte um jeden Ball“, freute sich Thomas Bienert. Die nächste Begegnung steht für die SG Marßel erst am Sonntag, 8. Oktober, 15 Uhr, auf dem Programm. Dann tritt die SGM bei TuS Germania Schnelsen an, der erst am kommenden Wochenende in die Saison startet.
SG Marßel – SC Poppenbüttel 8:3: Boy/Bruns – Schmidt/Greil 3:1 (11:9, 7:11, 11:9, 12:10); Belopotocanova/Bienert – Tietgens/Rieck 3:2 (11:6, 11:7, 9:11, 8:11, 11:9); Belopotocanova - Greil 3:1 (14:12, 5:11, 11:2, 11:9); Bienert – Schmidt 3:1 (5:11, 11:8, 11:7, 11:3); Boy – Rieck 2:3 (10:12, 11:9, 9:11, 12:10, 7:11); Bruns – Tietgens 3:1 (10:12, 11:4, 11:7, 11:8); Belopotocanova – Schmidt 3:0 (11:3, 11:7, 11:5); Bienert – Greil 3:2 (2:11, 9:11, 11:9, 11:2, 15:13); Boy – Tietgens 0:3 (9:11, 6:11, 4:11); Bruns – Rieck 1:3 (11:6, 9:11, 9:11, 7:11); Boy – Schmidt 3:1 (5:11, 11:9, 11:8, 11:5) KH

Aus "Die Norddeutsche" vom 12.09.2017

Tischtennis-Regionalligist SG Marßel lässt dem 8:3 über Poppenbüttel nun ein 8:6 bei TuS Germania Schnelsen folgen
Von Klaus Grunewald
Marßel. Zweites Spiel, zweiter Sieg: Nach dem überraschenden 8:3-Erfolg über den SC Poppenbüttel zum Saisonstart der Tischtennis-Regionalliga der Damen hat die die SG Marßel auch die Auswärtspartie beim TuS Germania Schnelsen gewonnen. Der 8:6-Sieg fiel zwar knapp, nach den Worten von Teammanager Thomas Bienert aber verdient aus. Was auch die Bilanz in den Sätzen von 33:20 zugunsten der Nordbremerinnen unterstreicht.
Die Entscheidung in der Anna-Susanna-Stieg-Schulsporthalle fiel im 13. und damit vorletzten Spiel der Begegnung. Marßels Nummer vier, Klara Bruns, traf auf Schnelsens Nummer zwei, Daniela Hennig, gab nur einen Satz ab und setzte sich überraschend schnell mit 3:1 durch. Die SG Marßelführte mit 7:6 und hatte den Gesamtsieg so gut wie in der Tasche. Denn im letzten Match des Tages traf die für Marßel an Position zwei spielende 17 Jahre alte Slowakin Katarina Belopotocanova auf Schnelsens Nummer vier Julietta Gez, die denn auch nicht den Hauch einer Chance hatte.
Der TuS Germania Schnelsen hatte damit auch sein drittes Regionalligaspiel mit 6:8 verloren, hätte sich gegen die SG Marßel aber auch leicht eine höhere Heimniederlage einhandeln können. Schließlich war schon zum Auftakt des Spieltages das Doppel-Match zwischen dem TuS-Duo Elena Uludintceva/Daniela Hennig und dem Marßeler Duo Jessica Boy/Klara Bruns hart umkämpft und ging knapp mit 3:2 Sätzen an die Gastgeber. Mit 3:2 setzte sich auch Schnelsens Nummer eins, Elena Uluidintceva, gegen Marßels Nummer eins, Elina Vakrusheva durch.
Die 21-jährige Ukrainerin stand zum ersten Mal für die SG Marßel an der Platte und hinterließ einen guten Eindruck. Sie gewann an der Seite von Belopotocanova das zweite Doppel mit 3:1 gegen Viet Thanh Tran und Julietta Gez sowie ihre Einzel gegen Daniela Hennig und Schnelsens Nummer drei, Viet Thranh, jeweils problemlos und ohne Satzverlust mit 3:0. Erstaunlich selbstbewusst präsentierte sich auch Katarina Belopotocanova gegen Schnelsens Spitzenspielerin Elena Uludintcova. Die 17-Jährige agierte lange Zeit auf Augenhöhe mit der Favoritin, musste sich aber nach vier hart umkämpften Sätzen letztlich 1:3 beugen.
Die weiteren Punkte für die Gäste sicherten Jessica Boy gegen Julietta Gez (3:0), Katarina Belopotocanova gegen Daniela Hennig (3:0) und Klara Bruns gegen Julietta Gez (3:0). Thomas Bienert hatte sich einen knappen Auswärtserfolg oder zumindest ein Unentschieden erhofft. Und seine Rechnung ging auf, weil ein Doppel gewonnen wurde und Klara Bruns mit ihrem Sieg im 13. Spiel des Tages die Tür zum Auswärtssieg weit öffnete. Sie revanchierte sich damit für die
etwas unglückliche 2:3-Niederlage gegen Viet Thanh Tran.
Die SG Marßel rangiert nun auf dem zweiten Tabellenplatz, steht aber am kommenden Sonnabend vor einer schweren Aufgabe. Um 15 Uhr macht der Tabellenerste, Füchse Berlin, seine Aufwartung in der Halle an der Landskronastraße. Teammanager Thomas Bienert: „Die Berlinerinnen nehmen die Favoritenrolle ein.“ Einen Tag später, dann um 12 Uhr, stellt sich zudem Hannover 96 II in Bremen-Nord vor.
TuS Germania Schnelsen – SG Marßel 6:8: Uludintceva/Hennig – Boy/Bruns 3:2 (11:5, 8:11, 11:4, 8:11, 11:9); Tran/Gez –Vakhrusheva/Belopotocanova 1:3 (11:9, 10:12, 8:11, 8:11); Uludintceva – Belopotocanova 3:1 (11:7, 7:11, 11:8, 11:8); Hennig – Vekhrusheva 0:3 (10:12:, 8:11, 5:11); Tran – Bruns 3.2 (11:9, 6:11, 11:9, 11:13, 11:6); Gez – Boy 0:3 (8:11, 4:11, 5:11); Uludintceva – Vakhrusheva 3:2 (12:10, 8:11, 11:9, 3:11, 12:10; Hennig – Belopotocabova 0:3 (5:11, 4:11, 7:11); Tran – Boy 3:1 (11:6, 6:11, 11:6, 11:4); Gez – Bruns 0:3 (10:12, 6:11, 1:11); Tran – Vakhrusheva 0:3 (10:12, 6:11, 1:11); Uluditceva – Boy 3:1 (11:8, 8:11, 11:8, 11:2); Hennig – Bruns 1:3 (8:11, 10:12, 11:6, 7:11); Gez, Belopotocanova 0:3 (4:11, 1:11, 8:11) GRU

Titelverteidigerin Rebecca Christen muss sich diesmal mit Silber begnügen
Marßel. Mit einer Gold- und zwei Silbermedaillen im Gepäck sind die Leichtathleten der SG Marßel sehr zufrieden von den Mehrkampf-Landesmeisterschaften für Bremen und Niedersachsen in Hameln zurückgekehrt. Den Titel für die Nordbremer holte Erik Hoffmann im Fünfkampf der Männer. Mit 3066 Punkten verwies der 23-Jährige den drei Jahre jüngeren Jonathan Kulp mit einem Vorsprung von beinahe 200 Zählern auf Position zwei.
Dabei musste Hoffmann einen kräftigen Schock im 200-Meter-Sprint verdauen. „Erik rutschte der Startblock weg. Dabei wäre er fast hingefallen. Erik fing sich aber wieder und rannte nur eine Sekunde über seiner Bestzeit“, berichtete Silke Möller, die bei der SG Marßel für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Nur vier Athleten unterboten die 23,81 Sekunden von Hoffmann.
Im Weitsprung erzielte der Marßeler mit 6,27 Metern gleich zu Beginn die größte Weite der gesamten Konkurrenz. Auch die 46,18 Meter im Speerwerfen konnten sich durchaus sehen lassen. Nur drei Athleten beförderten den Diskus weiter als Erik Hoffmann, der 30,80 Meter erreichte. Im abschließenden 1500-Meter-Lauf musste sich der Nordbremer in 4:37,17 Minuten nur Leon Allers von der LG Nordheide um 6,74 Sekunden geschlagen geben. Zusammen mit seinen Klubkollegen Jan Kleinekathöfer und Philip von Estorf ergatterte Hoffmann zudem Silber in der Teamwertung. Mit 7801 Punkten mussten die Marßeler nur der LG Weserbergland um allerdings deutliche 329 Zähler den Vorrang lassen.
Im Einzel rangierte Jan Kleinekathöfer als Zehnter mit 2517 Punkten ebenfalls in den Top Ten. Mit 6,07 Metern verbuchte er die drittbeste Leistung im Weitsprung. „Unsere Männer waren sehr stark in der ersten Disziplin. Die Plätze eins und drei im Weitsprung bildeten einen tollen Einstand“, urteilte Möller. Dazu gesellten sich bei Kleinekathöfer 34 Meter im Speerwurf, 24,46 Sekunden im 200-Meter-Lauf, 24,53 Meter im Diskuswerfen sowie eine Zeit von 5:01,88 Minuten im 1500-Meter-Lauf. Philip von Estorff sprang 5,37 Meter weit, jagte den Speer auf 40,59 Meter, sprintete die 200 Meter in 25,74 Sekunden, katapultierte den Diskus auf 25,67 Meter und lief die 1500 Meter zum Abschluss in 5:32,47 Minuten. 2218 Punkte waren gleichbedeutend mit Rang 18.
Im Fünfkampf der Frauen musste sich Marßels Rebecca Christen mit 2992 Zählern nur Sarah Katharina Ohlrogge vom SV Friedrichsfehn (3330) beugen. „Wechselnde Winde machten den Frauen im Weitsprung zu schaffen. Alle Springerinnen lagen 50 Zentimeter unter ihrem Soll“, informierte Silke Möller. Rebecca Christen habe mit ihren 4,98 Metern jedoch einen soliden Eindruck hinterlassen, so Möller. Nur Ohlrogge sprang noch zwei Zentimeter weiter. Im 100-Meter-Sprint überquerte Christen die Ziellinie nach 13,46 Sekunden. Dies war die drittschnellste Zeit im Feld.
Im Hochsprung bejubelte die Titelverteidigerin mit 1,51 Metern eine neue persönliche Bestleistung. Nur Sarah Ohlrogge sprang noch acht Zentimeter höher. Mit den 8,70 Metern im Kugelstoßen war Rebecca Christen hingegen nicht zufrieden. Im 800-Meter-Lauf verausgabte sich die Vorjahressiegerin dann aber noch einmal und sicherte mit einer Zeit von 2:31,88 Minuten den zweiten Platz ab. „Mehr war nicht drin“, betonte Rebecca Christen. Eine Frauen-Mannschaft bekam Marßel dagegen nicht zusammen. Der siegreiche TuS Wunstorf wies mit 7113 Punkten aber nur 60 Zähler mehr auf als die Marßelerinnen beim Wettkampf in Lohne im Mai dieses Jahres.

Aus "Die Norddeutsche" vom 24.08.2017